Welche Regel gilt wo? — Die 4 Ebenen
Jede Karte in dieser App trägt eine Ebenen-Markierung:
KVR · International
Frankreich national
Ganze frz. Mittelmeerküste
Lokal: Sektor/Gemeinde
- KVR (Kollisionsverhütungsregeln, frz. RIPAM): weltweit auf See — Ausweichregeln, Lichter, Schallsignale.
- Frankreich national: Division 240 (Ausrüstung), Führerschein, Alkohol.
- Ganze Mittelmeerküste: Erlasse der Préfecture maritime (Toulon) — 300-m-Zone, Ankerrahmen. Von der spanischen Grenze bis Italien inkl. Korsika.
- Lokal: die Erlasse für den Golf (Tempo, Balisage der Gemeinden Ste-Maxime, Grimaud, St-Tropez) — ändern teils jede Saison.
Die 300-m-Zone (bande des 300 mètres)
- Gilt generell und dauerhaft — unabhängig davon, ob Bojen liegen.
- Gemessen ab der Wasserlinie; gilt auch um Inseln, Felsen aus dem Wasser und Hafenmolen.
- Innerhalb der Zone: max. 5 Knoten für alle Schiffe.
- Lokale Erlasse können tiefere oder höhere Limits setzen (z.B. Sportkanäle) — Beschilderung/Plan de balisage beachten.
- Ausnahmen nur für Rettungs- und Polizeifahrzeuge; auch für sie gilt KVR-Regel 6 (sichere Geschwindigkeit).
- Abgesperrte Badezonen (gelbe Bojen) sind für alle Wasserfahrzeuge komplett verboten — auch für motorisierte Dinghis.
- Strände nur über den markierten Zufahrtskanal (chenal traversier) anfahren — im Kanal max. 5 kn, kein Stopp, kein Ankern.
Ausweichregeln (KVR / RIPAM)
Die Grundhierarchie
Wer weicht wem aus? Merkreihenfolge — je weiter oben, desto eher hat man Vorrang:
- 1. Manövrierunfähige / manövrierbehinderte Fahrzeuge (auch Berufsfischer mit Gerät im Wasser)
- 2. Segelboote unter Segel
- 3. Motorboote (dazu zählt auch ein Segler mit laufendem Motor!)
Motor weicht Segel — ausser das Segelboot überholt.
Motorboot trifft Motorboot
- Frontal (Bug auf Bug): beide nach Steuerbord (rechts) ausweichen — Begegnung Backbord an Backbord.
- Kreuzende Kurse: Wer den anderen auf seiner Steuerbordseite (rechts) hat, muss ausweichen — sinngemäss «Rechts vor Links».
- Überholen: Der Überholer weicht immer aus, egal ob Motor oder Segel.
Richtig ausweichen
- Frühzeitig und deutlich ausweichen — grosse, klar erkennbare Kursänderung statt kleiner Korrekturen.
- Möglichst hinter dem Heck des anderen durchfahren.
- Der Kurshalter hält Kurs und Geschwindigkeit — reagiert aber, wenn der andere nicht ausweicht.
- Ständigen Rundumblick halten, auch nach achtern (Jetskis!).
Fähren und Berufsschifffahrt im Golf
Im Golf verkehren dauernd die Fähren («Les Bateaux Verts») zwischen Sainte-Maxime, Port Grimaud, Les Issambres und Saint-Tropez sowie Ausflugs- und Fischerboote.
- Grossen Abstand halten, nie knapp vor dem Bug kreuzen.
- Fahrgastschiffe im Manöver (Hafeneinfahrt St-Tropez!) sind faktisch manövrierbehindert — Vorrang geben.
Taucher und Schwimmer
- Tauchboote führen die Flagge Alpha (weiss-blau); Einzeltaucher eine rote Flagge mit weisser Diagonale.
- Im Umkreis von 100 m um eine solche Flagge oder eine Harpunier-Boje: Geschwindigkeit so weit wie möglich reduzieren, max. 5 kn Mittelmeerküste
- Schwimmer ausserhalb von Badezonen: weiträumig umfahren, Wellenschlag vermeiden.
Schallsignale (KVR Regeln 32–34)
Kurzer Ton ≈ 1 s, langer Ton 4–6 s. Manöversignale, wenn Fahrzeuge einander sehen:
| Signal | Bedeutung |
|---|---|
| 1 × kurz | «Ich ändere meinen Kurs nach Steuerbord» |
| 2 × kurz | «Ich ändere meinen Kurs nach Backbord» |
| 3 × kurz | «Meine Maschine geht rückwärts» |
| 5 × kurz (oder mehr) | Zweifel/Warnung: «Deine Absicht ist unklar / dein Manöver reicht nicht» — Achtung! |
Boote unter 12 m müssen keine Pfeife/Glocke an Bord haben, brauchen aber ein Mittel für ein wirksames Schallsignal (z.B. Drucklufthorn).
Verminderte Sicht — Nebel, Starkregen (KVR Regeln 19 + 35)
- Sichere Geschwindigkeit fahren, notfalls Fahrt ganz herausnehmen; Ausguck verstärken, leise stellen, hören.
- Die normalen Vorfahrtsregeln gelten nicht wie gewohnt — jedes Fahrzeug muss selbst aktiv Kollisionen vermeiden.
- Möglichst nicht nach Backbord ausweichen für ein Fahrzeug vorlicher als querab (Ausnahme: Überholen).
Nebelsignale (mind. alle 2 Minuten)
| Signal | Wer |
|---|---|
| 1 × lang | Motorfahrzeug in Fahrt |
| 2 × lang | Motorfahrzeug in Fahrt, aber gestoppt |
| 1 × lang + 2 × kurz | Segler, Fischer, Schlepper, manövrierbehindertes Fahrzeug |
| Glocke (5 s, jede Minute) | Fahrzeug vor Anker (unter 12 m: irgendein wirksames Signal) |
Führerschein, Flagge, Alkohol
- Führerschein (permis plaisance) ist in Frankreich Pflicht für Motorboote über 6 PS (4,5 kW). Das «permis côtier» erlaubt Fahrten bis 6 sm von einem Schutzort.
- Ausländische Flagge: Frz. Führerschein- und Ausrüstungsregeln gelten für ausländisch beflaggte Sportboote nur, wenn Eigner/Nutzer den Hauptwohnsitz in Frankreich hat. Sonst gelten die Regeln des Flaggenstaats — Dokumente an Bord mitführen. Die Verkehrs- und Zonenregeln gelten aber für alle, egal welche Flagge.
- Alkohol: Grenzwert 0,5 g/l Blut. 0,5–0,8: Busse bis 750 €; ab 0,8 g/l: Straftat, bis 4'500 €, Entzug des Permis, sogar Beschlagnahme des Boots möglich. Seit 05.06.2026 eigene Tatbestände für Motor-Sportboote (Décret n°2026-434). Kontrollen im Sommer häufig.
- Mitzuführen: Registrierungsdokument des Boots, Führerschein, Versicherungsnachweis, ggf. Funkzeugnis.
Jetski, Wasserski & Wassersport
- Jetski (VNM): führerscheinpflichtig. In der 300-m-Zone max. 5 kn und nur: bei markiertem Plan de balisage im dafür zugelassenen Kanal (parallel zur Achse); ohne Markierung senkrecht zum Ufer, direkt und ohne Umherfahren — nur um das Ufer zu erreichen oder zu verlassen. Sektorweise können Verbote gelten (auch ausserhalb der 300 m).
- Wasserski / Bouée tractée: nur bei Tag, nur ausserhalb der 300-m-Zone (Transit via Sportkanal). 2 Personen an Bord Pflicht: eine steuert, eine beobachtet (privat: Beobachter mind. 16 Jahre). Gezogene tragen Westen; Boot führt einen orangen Wimpel (2 m) und muss alle Gezogenen aufnehmen können.
- eFoil/Flyboard (ESH): nur bei Tag, ausserhalb 300 m, max. 2 sm von einem Schutzort.
Fahrwasser-Betonnung (lateral)
Gilt bei der Einfahrt von See Richtung Hafen («von See kommend»). International einheitlich in IALA-Region A (ganz Europa, Afrika, Asien, Australien); nur in Region B (Amerika, Japan, Korea, Philippinen) sind die Lateralfarben vertauscht. Kardinal-, Gefahren-, Fahrwasser- und Sonderzeichen gelten weltweit gleich.
- Rote Tonnen (zylindrisch, «stumpf») = Backbord: bei der Einfahrt links liegen lassen. Feuer (falls vorhanden): rot, Rhythmus beliebig.
- Grüne Tonnen (konisch, «spitz») = Steuerbord: bei der Einfahrt rechts liegen lassen — bei der Ausfahrt alles seitenverkehrt. Feuer: grün, Rhythmus beliebig.
Kardinaltonnen — wo ist das sichere Wasser?
Gelb-schwarze Tonnen mit zwei Kegeln als Toppzeichen. Sie zeigen, auf welcher Himmelsrichtungs-Seite man die Gefahr passieren muss — alle Kardinalfeuer sind weiss, die Blitzzahl folgt dem Ziffernblatt (3 = Ost, 6 = Süd, 9 = West):
- Nord — beide Kegel nach oben, Schwarz über Gelb: nördlich passieren. Feuer: ununterbrochenes Funkeln.
- Ost — Kegel auseinander: östlich passieren. Feuer: 3 Blitze alle 5 bzw. 10 s.
- Süd — beide Kegel nach unten, Gelb über Schwarz: südlich passieren. Feuer: 6 Blitze + 1 langer Blitz alle 10 bzw. 15 s.
- West — Kegel zueinander («Weinglas»): westlich passieren. Feuer: 9 Blitze alle 10 bzw. 15 s.
Weitere Seezeichen
Einzelgefahr
Schwarz-rot mit 2 schwarzen Kugeln — steht direkt auf der Gefahr (Fels, Wrack): mit Abstand auf beliebiger Seite passieren. Feuer: weiss, Blitzgruppen à 2 (alle 5 oder 10 s).
Sicheres Fahrwasser
Rot-weiss senkrecht gestreift, 1 rote Kugel als Topp — ringsum sicheres Wasser (z.B. Ansteuerung, Fahrwassermitte). Feuer: weiss — Isophase, Unterbrochen, 1 langer Blitz alle 10 s oder Morse «A».
Sonderzeichen
Gelb, Form beliebig, gelbes X als Topp — markiert Sonderzonen (Badezonen, Kabel, Sperrgebiete, 300-m-Grenze); Bedeutung gemäss Seekarte/Ortsplan. Feuer: gelb, Rhythmus anders als bei den weissen Kennungen.
Gelbe Bojen am Strand — der Plan de balisage
Amtlich normierte Formen (Arrêté 27.03.1991): alle Bojen ausschliesslich gelb (RAL 1003) — die Form sagt, was gemeint ist (Abbildungen: SHOM, Ouvrage 3):
Markiert die äussere 300-m-Grenze (grosse Tonnen Ø 0,8 m, alle 200 m) und die Grenzen der Zonen innerhalb (Badezone, ZIEM…; Ø 0,4–0,6 m).Zwischen Badezonen-Bojen kann zusätzlich eine gelbe Schwimmleine liegen.
Bei der Fahrt vom Meer Richtung Strand: diese Bojen links lassen.Gleiche Logik wie im Hafen — nur alles in Gelb.
Bei der Fahrt vom Meer Richtung Strand: diese Bojen rechts lassen. Bei der Ausfahrt seitenverkehrt.
An Land stehen zudem normierte Piktogramm-Tafeln (rot durchgestrichen = verboten): Motorboot, Segler, Jetski, Wasserski, Windsurf, Baden, 5-kn-Limit.
Der Plan de balisage jeder Gemeinde besteht aus zwei Erlassen: Préfet maritime (Schifffahrt, Ankern, Tauchen) und Bürgermeister (Baden, nicht-registrierte Geräte). Die Zonen:
- Gelbe Kugel-Bojen in Reihe parallel zum Strand: Grenze der Badezone — dahinter (seeseitig) gilt weiter 5 kn, innen ist jedes Fahrzeug verboten.
- Chenal traversier (Bojengasse senkrecht zum Strand): Transitkorridor zwischen Ufer und offenem Wasser. Regeln: nur an den Enden einfahren, direkt und kontinuierlich durchfahren, max. 5 kn, kein Stopp, kein Ankern. Nicht-motorisierte Dinghis dürfen nicht hinein (ausser die Gemeinde erlaubt es).
- Sportkanäle (chenaux sports nautiques de vitesse): nur für Wasserski & Co. — dort gilt das 5-kn-Limit nicht.
- ZIEM (zone interdite aux embarcations motorisées): komplett gesperrt für alles mit Motor — auch wenn der Motor nur montiert und nicht in Betrieb ist. Kajaks/Ruderboote meist erlaubt, Tauchen verboten (ausser Sonderregelung).
- ZIM (zone interdite au mouillage): Ankerverbotszone.
- ZMP (zone de mouillage propre): Ankern nur für Boote mit Fäkalientank.
- Die 300-m-Grenze ist oft mit einzelnen grossen gelben Tonnen markiert — die 5-kn-Regel gilt aber auch ohne Tonnen.
- An Balisage-Bojen festmachen ist verboten.
So sieht es vor dem Strand aus (amtliche Illustration)
Lichter bei Nacht (Kleinfahrzeuge)
| Was du siehst | Bedeutung |
|---|---|
| Rot + Grün + weisses Hecklicht | Motorboot in Fahrt — Kurs aus Farbkombination ablesen |
| Nur Rot oder nur Grün (+ Heck) | Segelboot unter Segel — ausweichen! |
| Weisses Rundumlicht | Ankerlieger oder kleines Boot < 7 m |
| Grün über Weiss | Fischer beim Schleppen — grossen Abstand |
| Rot über Weiss | Fischer (nicht schleppend) |
Faustregel: Siehst du rot (fremde Backbordseite), hat der andere Vorrang — siehst du grün, hast in der Regel du Vorrang. Im Zweifel: ausweichen.
Satellitenansicht mit Zonen-Markern
Amtliche Orthofotos (IGN Géoplateforme). Braucht beim ersten Anschauen Internet — bereits geladene Kacheln bleiben offline verfügbar. Blau = Badezonen/Kanäle, rot = Verbotszonen, dunkel = Häfen. Positionen ungefähr — massgebend sind die Bojen vor Ort.
Marker antippen springt zum Abschnitt des Orts — mit Regeln und amtlichem Kartenausschnitt direkt beieinander. Tipp: Mit dem Finger verschieben; wenn Kacheln grau bleiben, Internetverbindung prüfen.
Tempolimiten im Golf
| Wo | Limit | Grundlage |
|---|---|---|
| 300-m-Küstenzone (überall) | 5 kn | AP 109/2024, permanent |
| Baie des Canoubiers komplett + Zone von der Balise La Rabiou bis Pointe de Capon — gelbe Bojenlinie weit im Golf, jede Saison neu gesetzt | 5 kn, auch ausserhalb der 300 m | AP 11/95 (geändert), bestätigt in AP 297/2026 Art. 3 |
| 300-m-Radius um die Tourellen Sardinaux, Sèche à l'Huile, Rabiou, La Moutte | 5 kn | AP 11/95 Art. 1.2 |
| Baie de Pampelonne, 15.06.–15.09. ganze Bucht bis Linie Cap du Pinet–Pte de Bonne Terrasse | 5 kn | AP 11/95 Art. 1.3 |
| Zufahrtskanäle, Bojenfelder (AOT/ZMEL), Mouillage-Zonen | 5 kn, nur An-/Abfahrt | Balisage-Erlasse |
| 100 m um Taucherflagge/Harpunier-Boje | max. 5 kn | AP 109/2024 Art. 6 |
| Übriger Golf (bis Linie Pte des Sardinaux–Sèche à l'Huile–La Rabiou) sowie Buchten Pampelonne/Bonporteau ausserhalb der 5-kn-Zonen | 20 kn | AP 11/95 Art. 2 |
Wasserski & Ziehen von Fun-Geräten im Golf (AP 11/95 Art. 3)
- Verboten in der ganzen erweiterten 5-kn-Zone (siehe oben).
- 15.06.–15.09., 11–18 Uhr: zusätzlich im ganzen 20-kn-Bereich des Golfs verboten — ausser seewärts der Linien Pte des Sardinaux–Nordmole Port Grimaud bzw. Hauptmole Marines de Cogolin–Südmole Port St-Tropez.
Sainte-Maxime — Nordufer (AP 168/2026 vom 01.06.2026)
1 La Croisette
- Zufahrt nur durch Kanal 3 (Motorboote, 20×100 m); Kanal 4 ist den Rettungsbooten vorbehalten.
- Badezonen ZRUB 1b und 2b gelten ganzjährig.
2 Centre-Ville / Hafen
- 110 m breiter Hafen-Zufahrtskanal 7 bis zur 300-m-Linie.
- Westlich davon ZIEM 1m (210×100 m, Motorverbot), Préconil-Mündung bis Pointe de la Croisette.
A La Madrague — ZIEM
- ZIEM 2m über die ganze Strandbreite (660×100 m) — Motorboote komplett verboten.
B Pointe des Sardinaux — ZIEM + Insel-Sperrzone
- ZIEM 3m nördlich der Pointe (450×220 m); Tauchen vom Ufer aus hier ausnahmsweise erlaubt.
- Um die Tourelle des Sardinaux: Navigations-/Ankersperrzone bis 15.09.2026 (AP 46/2026) und 5 kn im 300-m-Radius (AP 11/95).
3 La Nartelle
- Kanäle 8–11: Nr. 8 auch Jetski + eFoil, Nr. 11 auch Jetski, Nr. 10 Motorboote + Rettung, Nr. 9 Motorboote.
- Dazwischen ZIEM 4m und 5m; Jetski-Ankerplätze beidseits von Kanal 8; Badezone ZRUB 6b ganzjährig.
C Les Éléphants — ZIEM
- ZIEM 6m über die ganze Strandbreite (395×80 m) — Motorboote komplett verboten.
4 La Garonnette
- Kanäle 12 (auch Jetski/eFoil), 13 (Rettung) und 15; ZIEM 7m (75×80 m); Jetski-Ankerplatz.
Grimaud — Westufer (AP 242/2024 vom 28.06.2024)
5 Port-Grimaud-Strand
- Kanal 1 (40×300 m, auch Jetski) + Rettungskanal (15×300 m); Jetski-Ankerplatz der Basis.
6 Saint-Pons / Les Mûres / Gros Pin
- Kanäle 2–5 (alle auch Jetski-Transit); Kanal 5 beim Gros Pin; ZIEM J bis zum Strandende.
- Private Bojenfelder (AOT 1/1bis) seeseitig — Festmachen nur mit Bewilligung des Präfekten.
7 Beauvallon / Vieux Moulin
- Kanäle 6 + 7, ZIEM L (100 m tief).
- ZRUB K ganzjährig gesperrt (Unterwasser-Bauwerk) — gilt auch ohne Bojen; ausserhalb der Saison als ZIEM weitergeführt.
- Bojenfelder AOT 3 (Vieux Moulin) und 4 (Pingouin Bleu).
8 Guerrevieille / Les Cigales
- Kanal 8, ZIEM P und Q, Bojenfelder AOT 5/6.
Saint-Tropez — Südufer (AP 297/2026 vom 24.07.2026)
9 La Bouillabaisse / Le Pilon
- Kanäle 1 (20×300 m) und 6 (25×300 m — einziger Jetski-Kanal der Gemeinde); 200 m breiter Hafen-Zufahrtskanal 8.
- Ankerverbotszonen ZIM 5 und 7 westlich des Hafens; Bojenfeld AOT 1.
10 Baie des Canoubiers
- Ganze Bucht 5-kn-Zone, weit über die 300 m hinaus (gelbe Bojenlinie — siehe Tempo-Tabelle unten).
- Rettungskanal 16, Zufahrtskanäle 20 + 23; vier ZIEM (15/18/21/24).
- Drei Mouillage-Zonen für Boote unter 24 m (19/22/25) — Zufahrt nur durch die angrenzenden Kanäle, innen max. 5 kn.
- Bojenfelder AOT 3 (Paressouso) und 4 (Canebiers).
11 La Ponche / La Fontanette
- Rettungskanal 11 (10×50 m) östlich der Pointe Pesquière — freihalten.
12 Les Graniers
- Badezonen ZRUB 12/13; Bojenfeld AOT 2 beidseits der 300-m-Linie.
13 Cabine de Bain
- Badezone ZRUB 26; Bojenfeld AOT 6 seewärts der 300-m-Linie.
14 La Moutte
- Kanal 28 (20×110 m) zwischen den Badezonen ZRUB 27 und 29; Bojenfeld AOT 7.
15 Les Salins
- Kanal 30 (15×150 m) + Rettungskanal 32; Bojenfeld AOT 8 nördlich.
Weitere Sperrzonen & Hafenzufahrten
- D Gassin (Marine-Werft): Sperrzone Navigation/Ankern/Tauchen (AP 45/2004) — Lage ungefähr, kein Ortsplan publiziert.
- E Abwasserleitung St-Tropez: Anker- und Schleppverbot um den Émissaire (AP 977/1972) — Lage ungefähr.
Hafenzufahrten Port Grimaud & Marines de Cogolin
- Vor beiden Einfahrten: rot/grünes Lateralpaar plus Gefahrentonne (Untiefen vor der Giscle-Mündung) — Einfahrt zwischen Rot und Grün, von See kommend Rot links.
- Gefahrentonne je nach Toppzeichen lesen (siehe Bojen-Tab); im Zweifel aussen herum.
- Seezeichen nach Erlass vom 30.11.2017 (DIRM/Phares et Balises) — verbindliche Darstellung: SHOM-Karte 7407, data.shom.fr, Nav&Co.
Amtliche Detailkarten (PDF, online)
Die exakten Zonen-Karten pro Strand stecken als Anhänge in den Erlassen — direkt vom iPhone aus zu öffnen und z.B. in «Bücher» zu sichern:
- Sainte-Maxime — AP 168/2026 (Anhänge I–VIII: Übersichtsplan + alle Strände)
- Grimaud — AP 242/2024 (Anhänge I–VI)
- Saint-Tropez — AP 297/2026 vom 24.07.2026 (AKTUELL) — neue Canoubiers-Zonen
- golfe-sainttropez.fr → Espaces maritimes (jeweils aktuellste Erlasse aller Golf-Gemeinden)
Vor Saisonstart prüfen, ob neue Jahres-Erlasse erschienen sind.
Aktuelle, zoombare Karten (online)
- DONIA (App, gratis): Posidonia-/Sandflächen live — amtlich empfohlen zum Ankerplatz finden.
- Nav&Co (App, gratis, SHOM/OFB): Seekarte mit Regulierungszonen.
- data.shom.fr: amtliche Seekarten-Layer inkl. Balisage.
- premar-mediterranee.gouv.fr → Recueil: gültige Erlasse mit Detailkarten pro Strand (Anhänge).
- golfe-sainttropez.fr → Espaces maritimes: Balisage-Erlasse aller Golf-Gemeinden als PDF.
Diese Links brauchen Internet — die Karte oben funktioniert offline. Grossyacht-Zonen (≥ 24 m) für den ganzen Sektor: siehe AP 248/2020.
Glossar — französische Abkürzungen & Begriffe
| Begriff | Ausgeschrieben | Bedeutung |
|---|---|---|
| ZIEM | zone interdite aux embarcations motorisées ou à moteur | Verbotszone für alles mit Motor — auch wenn der Motor nur montiert und ausgeschaltet ist |
| ZIM | zone interdite au mouillage | Ankerverbotszone |
| ZRUB | zone réservée uniquement à la baignade | Reine Badezone — für alle Boote gesperrt |
| ZMP | zone de mouillage propre | Ankerzone nur für Boote mit Fäkalientank |
| ZMEL | zone de mouillages et d'équipements légers | Bewirtschaftetes Bojenfeld (Betreiber, oft gebührenpflichtig) |
| AOT | autorisation d'occupation temporaire | Staatliche Nutzungsbewilligung — privates Bojenfeld, Festmachen nur mit Erlaubnis |
| Chenal (traversier) | — | Zufahrtskanal zwischen Strand und offenem Wasser: max. 5 kn, direkt durchfahren, kein Stopp |
| Plan de balisage | — | Jährlicher Bojenplan einer Gemeinde (Erlasse von Präfekt + Bürgermeister) |
| Bande des 300 m | bande littorale des 300 mètres | 300-m-Küstenzone — überall max. 5 kn |
| AP | arrêté préfectoral | Erlass des Präfekten (hier meist: Préfet maritime in Toulon) |
| Premar | préfecture maritime de la Méditerranée | Seebehörde für die ganze französische Mittelmeerküste |
| DDTM | direction départementale des territoires et de la mer | Departements-Behörde (Var) — vergibt u.a. die AOT-Bojenfelder |
| CROSS MED | centre régional opérationnel de surveillance et de sauvetage | Seenotleitstelle Mittelmeer — Tel. 196, VHF 16 |
| Sémaphore | — | Küstenwachstation der Marine (überwacht u.a. Ankerlieger) |
| VNM | véhicule nautique à moteur | Jetski/Wassermotorrad |
| ESH | engin à sustentation hydropropulsé | eFoil, Flyboard und Ähnliches |
| RIPAM | règlement international pour prévenir les abordages en mer | Die internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR) |
| Division 240 | — | Französische Ausrüstungsvorschrift für Sportboote unter 24 m |
| Dotation (basique/côtière) | dotation d'armement | Vorgeschriebene Ausrüstungs-Grundausstattung je Zone gemäss Division 240 |
| Posidonie | posidonia oceanica | Neptungras — geschützte Seegraswiesen, Ankerverbot |
| SHOM | service hydrographique et océanographique de la marine | Französisches Seekartenamt |
| SFkl. / Fkl. / Blk. | — | Deutsche Kennungs-Kürzel der BSH-Tafeln: schnelles Funkelfeuer (int. VQ), Funkelfeuer (Q), Blink (LFl) |
Die Grundregel: nur auf Sand ankern
Die Posidonia-Seegraswiesen sind eine geschützte Art und bedecken weite Teile des Golfs. Der Rahmenerlass 123/2019 verbietet das Ankern überall dort, wo geschützte Meerespflanzen beschädigt werden können — für jede Bootsgrösse, auch für dein 7-m-Boot.
- Begriff: «Mouillage» = Anker am Grund. Festmachen an Boje/Coffre gilt als «Arrêt» — andere Regeln.
- Strafrahmen: bis 1 Jahr Haft und 150'000 € (Art. L.5242-2 Code des transports); bei Posidonia-Schäden bis 3 Jahre und 150'000 € (Art. L.415-3 Code de l'environnement). Kontrollen im Golf sind Alltag.
Ankerdauer: max. 72 Stunden
- Am selben Platz darfst du 72 Stunden ankern (entspricht einer verlässlichen Wetterprognose).
- Ohne AIS (Boote unter 24 m): danach weiterziehen — und nicht sofort wieder im 500-m-Umkreis des alten Platzes ankern.
- Mit AIS: Verlängerung in eigener Verantwortung um jeweils 72 h möglich, solange die Behörde nichts anderes anordnet.
- Ausnahmen: Schlechtwetter, Notfall, Seenothilfe.
- Ankerwache: Auch vor Anker gilt KVR-Regel 5 — ständige Ausguck-/Höraufsicht (Abstände, Slippen des Ankers, Wassereinbruch, Feuer). Wer ankert, muss für Sémaphore/CROSS über VHF oder Telefon erreichbar sein.
Wo ankern im Golf — die legalen Optionen
Baie des Canoubiers: drei offizielle Anker-Zonen für Boote unter 24 m
- Zonen 19, 22 und 25 («Mouillage autorisé», Anker-Symbol auf dem Plan) — Zufahrt nur durch die angrenzenden Kanäle 20/23, innen max. 5 kn, nur zum Anker-Setzen/-Aufnehmen manövrieren.
- Die ganze Bucht ist 5-kn-Zone; ausserhalb der ZIEM/ZRUB darf zusätzlich frei geankert werden — nur auf Sand.
Bojenfelder (AOT) — nicht einfach belegen!
- Grimaud (Zonen 1–6) und St-Tropez (AOT DDTM 1–8) haben private Bojenfelder: Festmachen nur mit Bewilligung des Var-Präfekten bzw. des Betreibers. Eine frei scheinende Boje ist keine Einladung.
- Innerhalb der Felder gilt 5 kn; Ankern zwischen den Bojen ist tabu (Kettensalat).
Wo Ankern verboten ist
- ZIM (Ankerverbotszonen): westlich des Hafens St-Tropez (Zonen 5 + 7, siehe Plan) und gemäss AP 21/2005.
- In ZIEM, Badezonen (ZRUB) und allen Kanälen; an Balisage-Bojen festmachen ist verboten.
- In Hafenzufahrten (St-Tropez, Ste-Maxime, Port Grimaud, Cogolin) und der Fährlinie.
- Um die Insel Sardinaux (Sperrzone bis 15.09.2026, AP 46/2026), an der Gassin-Werft (AP 45/2004) und um den Émissaire St-Tropez (AP 977/1972).
- Auf Kabeltrassen — Seekarte (SHOM 7407) prüfen.
- Das Grossyacht-Ankerfeld mitten im Golf meiden — dort schwoien 45-m-Yachten an langen Ketten.
Richtig ankern — Praxis
- Kettenlänge 3–5× Wassertiefe; Schwoikreis zu Nachbarn und Zonengrenzen prüfen.
- Rückwärts eingraben, Ankerlage kontrollieren (Peilung an Land oder GPS-Ankeralarm).
- Ankerball am Tag, Ankerlicht (weisses Rundumlicht) in der Nacht.
- Beim Ankerauf: Kette senkrecht einholen, nicht über den Grund schleifen (Posidonia!).
- Wind im Golf: Bei Mistral (W/NW) wird das Nordufer (Ste-Maxime-Seite) ruppig, bei Ostwind die Canoubiers-Bucht — Ankerplatz nach Prognose wählen, im Zweifel in den Hafen.
- Hochsommer: beliebte Plätze (Canoubiers!) früh anlaufen; mit Kontrollen rechnen.
Umwelt
- Der Golf liegt im Walschutzgebiet Pélagos: min. 100 m Abstand zu Delfinen/Walen, nicht verfolgen.
- Kein Abwasser und kein Abfall über Bord — Fäkalientank im Hafen abpumpen.
- Ausserhalb des Golfs (z.B. Pampelonne) gelten eigene Anker-Regelungen — vor Ausflügen separat prüfen.
Pflichtausrüstung nach Distanz zum Schutzort (Division 240)
Massgebend ist die Distanz zu einem «abri» (Schutzort) — nicht zur Küste. Ein abri ist ein Ort, wo Boot und Crew bei den aktuellen Bedingungen real Schutz finden und ohne Hilfe wieder auslaufen können (Hafen, geschützte Bucht).
| Zone | Distanz | Typische Fahrt im Golf |
|---|---|---|
| Basique | < 2 sm | Der ganze Golf — überall ist ein Schutzort in unter 2 sm erreichbar |
| Côtier | 2–6 sm | Nur bei Ausflügen aus dem Golf hinaus (Küste entlang) |
Der Bootsführer (chef de bord) ist verantwortlich, dass alles vorhanden, zugänglich und gültig ist. Checkliste antippen zum Abhaken — bleibt gespeichert.
Quellen: Division 240 (Règlement zum Arrêté vom 23.11.1987, zuletzt geändert per Arrêté vom 21.05.2026) · Amtliche Fiche «L'équipement de sécurité des navires de plaisance» (mer.gouv.fr)Dotation basique
Dotation côtière (zusätzlich zur basique)
Weiter als 6 sm hinaus?
Ab 6 sm von einem Schutzort gilt zusätzlich die Dotation semi-hauturière (u.a. feste VHF, Rettungsinsel, Westen Niveau 150). Das liegt ausserhalb des Reviers dieser App — vor einem solchen Törn die Division 240 separat prüfen.
Rettungswesten richtig wählen
| Niveau | Einsatz |
|---|---|
| 50 | Minimum für Erwachsene in der Basique-Zone (Schwimmhilfe) |
| 100 | Einfache Wahl bis 6 sm; Pflicht für Kinder ≤ 30 kg — immer, in jeder Zone |
| 150 | Erst ab 6 sm von einem Schutzort Pflicht — im Golf nicht nötig |
Westen müssen der Körpergrösse entsprechen, griffbereit und gewartet sein (Patrone/Datum bei Automatikwesten prüfen).
VHF Kanal 16
- Kanal 16 = internationaler Not- und Anrufkanal, direkte Verbindung zum CROSS MED (La Garde/Toulon).
- Funk ist dem Handy vorzuziehen: funktioniert ohne Netz, alle Schiffe in der Nähe hören mit.
- Nach dem Notruf auf 16 bleiben — der CROSS weist ggf. einen Arbeitskanal zu.
MAYDAY-Schema (Lebensgefahr)
Hier ist [Bootsname], [Bootsname], [Bootsname]
MAYDAY [Bootsname]
Position: [GPS oder Beschreibung, z.B. «1 sm nördlich Cap de Saint-Tropez»]
Art des Notfalls: [Wassereinbruch / Feuer / Person über Bord …]
Personen an Bord: [Anzahl]
OVER
Bei dringlicher Lage ohne Lebensgefahr: PAN-PAN (3×) statt MAYDAY. Auf Französisch oder Englisch funken; die CROSS-Operatoren sprechen Englisch.
Person über Bord — Sofortmassnahmen
- «Mann über Bord!» rufen, sofort Rettungsmittel (Ring/Kissen) nachwerfen.
- Eine Person zeigt ununterbrochen auf die Person im Wasser.
- MOB-Taste am GPS drücken, Fahrt rausnehmen, in Wind/Wellen aufdrehen.
- Annäherung gegen Wind/Welle, Motor in Neutral beim Bergen (Propeller!).
- Wenn Bergung nicht sofort gelingt: 196 / Kanal 16.
Wichtige Kontakte im Golf
| Stelle | Info |
|---|---|
| Seenotruf CROSS MED | Tel. 196 · VHF 16 |
| Wetter (Météo France marine) | VHF-Wetterberichte via CROSS; App/Web: meteofrance.com (Bulletin côte) |
| Port de Saint-Tropez | VHF 9 · +33 4 94 56 68 70 |
| Port de Sainte-Maxime | VHF 9 · +33 4 94 96 74 25 |
| Port Grimaud | VHF 9 · +33 4 94 56 29 88 |
| Ports de Cogolin (Marines) | VHF 9 · +33 4 94 56 07 66 |
| SNSM Saint-Tropez (Seenotretter) | Alarmierung immer über CROSS 196 |
Hafen-Telefonnummern vor der Saison verifizieren — Nummern können ändern. VHF 9 ist der übliche Hafenkanal.
Vor dem Auslaufen — 60-Sekunden-Check
- Wetterbericht geprüft? (Mistral-Warnung = Fahrt absagen)
- Treibstoff: 1/3 hin, 1/3 zurück, 1/3 Reserve
- Jemandem an Land Route + Rückkehrzeit gemeldet?
- Handy geladen + wasserdicht verpackt, Westen an Bord und passend
- Totmannschalter (coupe-circuit) am Handgelenk befestigt